Weiterreise von Italien nach Südfrankreich 25.09. - 13.10.2018



Freitag, der 12.10.2018

Ein unglaublich schöner Tag voller Freiheit, Glück und Nähe.


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Donnerstag, der 11.10.2018

Heute ist ein Tag der Wahrheit. Es regnet und wir sind viel zusammen im Wohnwagen. Es ist gleichzeitig gemütlich und eng 😂 

Was gestern von großer Freude geprägt war - wird heute zur Herausforderung. Marcus spiegelt mir die Klimaveränderung in der Familie seit ich wieder da bin. Ich bringe Unfrieden, Strenge, Regeln und Struktur in die Familie und dass ich meinen Fokus gerade nur auf dem Haar in der Suppe habe. Das fasst Matheo nochmal kurz und knackig zusammen und es zerreißt mich innerlich...

Mir laufen die Tränen und ich will mich verstecken, will mich nach alter Manie in mein Schneckenhaus verkriechen, weggehen und es mit mir selber ausmachen. Aber ich stelle mich - ich bleibe und zeige meine Tränen und meinen Schmerz. Ich teile meinen Schmerz und auch bei Lennard kommen Tränen. 

Es fühlt sich so an, als wäre mein Schmerz auch ein bisschen sein Schmerz. Er tut Alles, um das Gegenteil zu beweisen... dass das doch gar nicht so stimmt oder nur ein bisschen so ist. Für mich ist klar, dass das für heute die Wahrheit ist und ich versichere ihm, dass das absolut ok so ist und dass es stimmt. 

Immer wenn es besonders entspannt ist (wozu mein geliebter Mann sehr beiträgt), schwanke ich genau ins Gegenteil, anstatt zu genießen. Außerdem entdecke ich in mir Glaubenssätze zu diesem Thema, die tief in mir verankert sind. 

Und nachdem ich all das und den Schmerz wirklich durchgefühlt habe und Matheo nochmal darin bestärkt habe, dass er nur die Wahrheit ausgesprochen hat, öffnen sich neue Tore. Es fühlt sich noch sehr verletzt und roh an, ich spüre gleichzeitig eine totale Befreiung. 

Wir reden und teilen wie es Jedem/r von uns geht und es entsteht ein Feld der Nähe, des Vertrauens, des Mutes und der Befreiung. Auch Matheo, Lennard und Romy teilen wie es ihnen mit uns geht und was sie gut und blöd finden. 



Mittwoch, der 10.10.2018


Wieder zurück in Italien bei meiner Familie. Wie schön wieder zusammen zu sein. Es fühlt sich sehr entspannt und frei an. 

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Mittwoch, 03.10. - Mittwoch 10.10.2018

Für eine Woche fliege ich nach Bonn. Es ist ein komisches Gefühl, Marcus mit den Kindern in Italien alleine zu lassen.

Nachdem beim letzten geplanten Deutschland Aufenthalt Ryanair gestreikt hat, bin ich nun froh, dass Eurowings seine Flügel ausbreitet und mich nach Köln-Bonn bringt.

Meine Mutter holt mich vom Flughafen ab und bringt nochmal zum Ausdruck wie sehr sie sich auf mich freut und mir laufen Tränen der Berührung und Dankbarkeit die Wangen entlang. 

Wir genießen die Zeit miteinander. Ach ist das schön, so ein kuscheliges Nest zu haben und so willkommen zu sein. Balsam für meine Seele. 

Donnerstag 
Donnerstags bereite ich meine Flipchart und Kartenmaterial für meinen Kurs am IEK vor und freue mich schon auf die Zeit mit der Gruppe, die mir schon vom Basismodul vertraut ist. 

Da ich ohne Auto unterwegs bin, fährt meine Mutter mich nach Köln und bereitet mit mir noch den Raum vor. Auch schön, das mal nicht alleine zu machen. 

Einen kleinen Schokoladengruss bringe ich aus Italien mit und bemerke erst beim Verteilen auf den Stühlen, dass das 13. Stück fehlt. Oh nein, ich hab mich verzählt... 🙈

Das geht natürlich nicht. Ich kann nicht 12en etwas geben und Eine geht leer aus. Also sammle ich fix alle Pralinen wieder ein. Meine Mutter erwähnt beiläufig, dass ich doch gar nicht wissen kann, ob nicht vielleicht eine Teilnehmerin morgen nicht kommt. 

Freitag
Es ist eine große Freude all die Frauen wiederzusehen. Und.... es sind 12! 😂
Sofort ist eine vertraute Nähe da und wir dürfen gemeinsam in das Katathym Bilderleben eintauchen. Ich liebe es mit dieser Tagtraum-Methode zu arbeiten und bin voller Freude es weitergeben zu dürfen. 

Abends gehe ich noch mit ein paar Freundinnen in ein Comedystück in Köln. So schön sie wiederzusehen und im Nachhinein fällt mir auf, dass wir viel zu wenig Zeit zum Quatschen hatten. Nächstes Mal ohne Programm...

Samstag ist ein sehr intensiver Tag mit vielen tiefen Begegnungen. Abends treffe ich noch meine Freundin Karen in Köln und wir genießen einfach uns und unsere gemeinsame Zeit. 

Sonntag
Ein weiterer Tag im Katathymen Bilderleben und die Erschöpfung ist langsam spürbar. Die Arbeit ist sehr intensiv. Deshalb machen wir ab Mittags Wünsch- und Bedürfnissprogramm...

Die Abschlussrunde ist getragen von Offenheit, Liebe und Dankbarkeit. Ich bin tief berührt und erfüllt. 

Abends holt Viola mich ab und wir lassen uns entspannt auf die Saunaliege im Neptunbad gleiten. Wow! Was für eine intensive Zeit war das. Ich spüre wie mein Körper nach Ruhe schreit. 

Montag
Montagmorgen kommen wir in unserem kleinen Frauenkreis „Raum für mich“ zusammen. Purer Genuss. Wir lauschen der Musik, Singen, Meditieren und Malen und Schreiben. Eine tiefe Ruhe kehrt in mich ein. Ich liebe dieses „Arbeiten“ so sehr. Und bin erfüllt von Glück und Dankbarkeit, dass ich diese Leidenschaft beruflich leben darf. 

Montagnachmittag ein kleiner wunderschöner Waldspaziergang mit einer frisch liebgewonnener Nachbarin meiner Mutter mit der ich so schöne Themen teilen kann. 

Den Montagabend teile ich mit meiner inzwischen sehr langjährigen Freundin Daniela und auch dieser Abend ist unfassbar schön und intensiv. 

Auch der Dienstag ist voller wunderschöner Begegnungen und gleichzeitig merke ich, dass mein Inneres nach einer Auszeit mit mir Alleine schreit. Ich gehe in den Wald, um mich mit der Natur wieder zu verbinden und bin unendlich froh, dass meine Mutter mir diesen Raum gibt, meine Wahrheit auszusprechen, obwohl ich dich auch diese Stunden so gerne mit ihr geteilt hätte. 

Mir wird klar, dass ich noch mehr auf meine Bedürfnisse achten darf. Ich brauche einfach mehr Zeit mit mir zwischendurch zum Verarbeiten, obwohl ich jede Minute mit Jeder/m so sehr genossen habe und nur Dinge getan habe, die ich von ganzem Herzen gerne getan habe. 

Und so ging es Marcus in der Zwischenzeit mit den Kids...



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Montag, 01.10.2018

Es ist spät. Ich liege im Bett und verarbeite noch den Tag. Es war und ist noch ein sehr energiegeladener Tag. Letzte Nacht sind wir von drei Gewittern und Starkregen geweckt worden. Nach dem ersten fanden wir uns plötzlich zu Fünft auf 1,40m wieder, was für unsere Kinder traumhaft - für uns definitiv zu eng ist. 

Also beschließen wir alle drei Kinder wieder in ihre Betten zurückzubringen - inklusive allabendlichem Kraul-einschlaf-ritual. Keine Stunde später finden wir uns  in der gleichen Situation wieder. Hmmm. Diesmal machen wir es anders. Ich lege mich zu Romy, Matheo reicht die Gewissheit der mütterlichen Nähe und Lennard schleicht sich zu Papa ins Bett. 

Glücklicherweise schlafen so Alle um 05:00 nochmal ein. Puh. Das nächste Gewitter gegen 06:00 stehen wir auch auf diese Weise gut zusammen durch. Der Starkregen prasselt unendlich laut auf das nur einen Meter von mir entfernte Wohnwagendach und mein Verständnis für das Unbehagen der Kinder wächst ins Unendliche...

Mein Mutterherz freut sich, unseren Kindern diesen genüsslichen süßen Schutz und die unerschütterliche Sicherheit und Geborgenheit geben zu dürfen. 

Auch der Tag bringt viel Regen, Wind und Sonne im Wechsel. Nachmittags gehen wir gewabnet mit Neoprenanzügen und Rettungswesten ans Meer. Das Meer tobt. Die Wellen türmen sich zu meterhohen Bergen auf. Wir sind sehr beeindruckt davon, wie sich das Meer von lammfromm und superruhig in ein unbändiges Tosen und Wüten verwandeln kann. 

Für Romy ist das Meer zu rauh und sie begnügt sich damit, sich im Schutze des Windschattens einzumuckeln und uns zuzuschauen wie wir in die Wellen springen. Unermüdlich baut sich eine Welle nach der anderen auf und reißt uns teilweise zu Boden, so dass unsere Viererkette auseinanderreißt. 

Lennard ist es bald zu viel und ich bringe ihn zu seiner Schwester. Trotz des enormen Spasses, den wir in den Wellen haben, kommt in mir zunehmend ein ungutes Gefühl auf und mein Verantwortungsgefühl siegt. Es kommen uralte Gefühle hoch von Eltern, die ihre Kinder in Sicherheit wähnten und selber mit den Fluten mitgerissen wurden. Diese Gefühle scheinen sehr alt und tief zu sein - fast archaisch. Auf jeden Fall nicht aus diesem Leben. 

Auch Matheo steht inzwischen vorne im Wasser und schaut nur noch Mama und Papa beim „Baden“ zu. Ich spüre sein und mein Unbehagen, teile es mit Marcus  und gehe aus dem Wasser. Ein kurzes und kraftvolles, intensives Erlebnis. Wunderschön. Vor Allem, dass Beides zusammen da sein darf. Zum Einen die pure Freude, zum Anderen der Respekt und die Ängste vor der Kraft des Wassers. 

Nach einer warmen Dusche, machen wir es uns beim Abendessen im kuscheligen Wohnwagen bequem. Und noch immer tost das Meer und zeigt seine unbändige Kraft. Ich fühle mich sehr verbunden mit dem Meer. Auch ich fühle mich manchmal ruhig und sanft tragend und dann wieder aufbrausend, kraftvoll und auch zerstörerisch. Mit vielen Grautönen zwischen diesen Extremen.

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Sonntag, 30.09. - 11.10.2018

Wir bleiben. Es ist Sonntag und wir sind immernoch in Marina di Bibona. Unser Wunsch, in der Nähe des Meeres zu stehen, hat sich manifestiert. Jipiiii. Wir genießen abends den Sonnenuntergang vom Dach unseres Wohnwagens und schlafen mit Meeresrauschen ein 😁

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Dienstag, 25.09.- Samstag, 30.09.2018

So, jetzt sind wir erstmal frei flottierend unterwegs und lassen uns treiben. Der nächste feste Punkt ist ab Mitte November in Portugal ( aquinta.org ). 

Wir entscheiden uns für den Campingplatz „Le Esperidi“ in Marina di Bibona an der etruskischen Küste. Er ist wunderschön und super gepflegt. Direkt am Meer gelegen, mit Pool, super nettes Personal und feinstes Wetter. 

Trotzdem ist es ein absoluter Kulturschock aus der Naturidylle von Asvanara in diese geballte Konsumkultur einzutauchen. 

Für mich passt es gerade gut, weil Marcus für drei Tage in Deutschland ist und die Kinder hier mit Pool und Meer  total glücklich.