Südfrankreich 13.10. - 20.10.2018

Samstag, 13.10.2018

Auf dieser Seite geht es mal chronologisch vorwärts im Datum. Wenn Du das „Neueste“ erfahren möchtest, scroll einfach bis ans Ende... 

Wir starten mittags in Marina di Bibona und lassen uns frei treiben... Wir sind gespannt, wo es uns hinbringt. Wir fahren und fahren... Langsam wird es dunkel und wir haben noch nicht das Gefühl, da angekommen zu sein, wo wir hin sollen. So fahren wir in die Nacht hinein und die Kinder sind unendlich glücklich und voller Abenteuerfieber... 

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Sonntag, 14.10.2018

Vom Meeresrauschen zum Vogelgezwitscher 😄
Die lang ersehnte Stille ist wieder da. Natur. Wenige Menschen. Berge. Vögel. Der Campingplatz schließt in 2 Tagen und das Ende der Saison ist förmlich fühlbar. 

Bienvenue en France 🇫🇷 


Heute besuchen wir Saint-Paul-en-Vence. Hier ein paar Eindrücke von dem wunderschönen kleinen Bergdorf. Hier vereinen sich viele Künstler mit ihren unglaublich schönen Werken.

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Montag, 15.10.2018

Tourettes-sur-Loup
Heute erkunden wir den Ort „Tourettes-sur-Loup“. Wir sind sehr begeistert. Wir beginnen mit einem zweiten Frühstück in der Boulangerie am Marktplatz und die Kinder können endlich die lange als so außerordentlich gut deklarierten  Croissants aus Frankreich genießen. 

Wir besichtigen den Ortskern, die Kirche und die Reste der Brücke „Pont du Loup“, die im zweiten Weltkrieg zur Verteidigung gesprengt wurde. Wunderschöne Wanderwege führen uns dorthin. 

Dann fahren wir weiter zu einem ebenfalls sehr netten Ort „Goudon“, machen unterwegs ein Picknick und Matheo bastelt uns Blumenkränze. 

Der Ort Gourdon gefällt uns nicht so sehr wie Tourettes-sur-Loup. Deshalb fahren wir kurz entschlossen nochmal dorthin und nehmen uns auf dem Rückweg noch herrliche Törtchen mit. 

Vive la France 🇫🇷 
Familie und Freunde fragen uns wie bei uns die Wettersituation gerade ist, da in den Nachrichten wohl starke Sturmwarnungen rausgegeben werden. Wir hingegen fühlen uns hier in der Nähe von Nizza sehr sicher. Die Wetterberichte kündigen normale Windstärken und Regenfälle an und auch die Einheimischen raten uns einfach nur: „Geht morgen ins Museum.“ 

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Dienstag, 16.10.2018

Der Gran Canyon Europas. Die Verdon-Schlucht. Unserer Intuition folgend fahren wir in die abenteuerliche Schlucht von Verdon. Der Weg von Saint-Paul-en-Vence  führt uns sehr abenteuerlich über Tourette-sur-Loup - Grasse - Tourettes entlang der Schlucht mit atemberaubenden Aussichten zum Lac du Croix. Marcus und ich stellen fest, dass wir vor 20 Jahren noch ohne Bauchkribbeln auf den Aussichtsplattformen gestanden hätten. 😩

Glücklicherweise ist Nebensaison und das Wetter als  regnerisch angekündigt, so dass wir mit unserem Lengi recht leichte Fahrt durch die Felsen haben. Ein Hoch auf Marcus, der diese Herausforderung mit viel fahrerischem Geschick gemeistert hat. 🙏🏻 


Abends packt uns das Freiheitsfieber und wir campen wild am Lac du Croix. Ein unfassbar schöner Blick auf den See.

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Mittwoch, der 17.10.2018

Nach unserem obligatorischen Obstsalat nehmen wir inmitten der Haute Provence in einer Boulangerie auf der Strecke unser zweites Frühstück ein. Unfassbar leckere Backwaren warten hier auf uns. 🥐 

Ich merke an, dass wir ganz schnell durch Frankreich durchfahren sollten, da andernfalls nicht nur unser Wohnwagen mit Übergewicht weiterreist. 🥖

Die Weiterreise führt uns durch Lavendelfelder, die leider zu dieser Jahreszeit bereits verblüht sind, nach Aix-en-Provence. Das Flair der Lavendelfelder des Hochplateaus ist noch spürbar. Marcus wünscht sich noch einmal Aix-en-Provence zu sehen, da er die Stadt in guter Erinnerung hat. Also - auf nach Aix. 

Die weitere Autofahrt ist heute sehr stressig. Die Kinder sind laut, unruhig und irgendwie aufgeregt. Sie zanken sich und für mich ist es Zeit auf die Rückbank zu wechseln und das Geschehen im Auto aus der Mitte heraus zu lenken. Den Kindern ist es langweilig. So gibt es heute Lerneinheiten in Lesen, Schreiben, Rechnen, Malen und Englisch im Auto. Dank Lück und Detektivheften macht das Ganze großen Spaß. 

Angekommen in Aix-en-Provence bemerkt Marcus, dass ihm heute überhaupt nicht nach so vielen Menschen zu Mute ist und sich der Stress der Stadt auf ihn überträgt. 🙈 Oh nein, der ganze Weg umsonst, denn der Plan war danach wieder hoch nach Orange zu römischen Ausgrabungen zu fahren. Da hätten wir dann auch direkt quer rüber in Richtung Westen fahren können. 😂

Nun gut, dann lassen wir Aix eben links liegen und fahren einfach wieder raus in die Natur. Auf dem Weg nach Orange ist es uns wieder viel zu unruhig im Auto und ich befrage Siri, was die nächsten Sehenswürdigkeiten sind. Sie sagt, fahrt zu den „Grottes de Cales“.  

Da sie nur 15 min von unserer Strecke entfernt liegen, lassen wir uns auf dieses Abenteuer ein, damit wir mal aus dem Auto rauskommen und wir bei der Gelegenheit unsere Mittagspause einbauen. 

Nach zwei sehr herausfordernden Situationen durch sehr enge Gassen ist die Stimmung im Auto als eher gereizt zu bezeichnen. 😤 Also halten wir erstmal in Lamanon und machen eine Mittagspause. 🥖

Damit unsere Stimmung wieder einen Aufschwung erlebt und unsere Egos sich auf andere Dinge fokussieren können, machen wir uns nun doch noch auf zu den Grotten von Lamanon. 

Und es lohnte sich unendlich. Die Stimmung richtete sich plötzlich auf Abenteuer, Klettern, Erzählen von alten Geschichten der Römer... Wenn die Geschichtsbücher nicht schon so voll davon wären, könnten wir heute noch Einige ergänzen...

Dieser Ort müsste viel bekannter sein, eignete er sich zudem auch hervorragend als Filmkulisse. 🎥 
Gut für uns, da wir den Ort ganz für uns alleine erkunden dürfen. Wir sehen viele Höhlen, Feuerstellen, Kochstellen, Latrinen, Bäder, sogar ein Tribunal ist noch erhalten. Und ein paar Jahre nach den Römern wurde die heilige Maria noch als Krönung auf die Spitze dieses ohnehin sehr kraftvollen Ortes gesetzt. 

Da wir nun schon diesen wunderschönen historischen Ort erkundet haben, sind wir vorerst gut gesättigt und entscheiden uns nicht mehr Richtung Norden nach Orange bzw. Vaison-la-Romaine zu fahren. Wohin es uns verschlagen hat, erfährst Du in Kürze...

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Mittwoch, der 17.10. - Samstag, der 20.10.2018

Wir fahren also weiter. Marcus möchte möglichst weit in Richtung Spanien fahren, da wir dort am 23.10. Matheo‘s Freund Fredo und Oma Gitte an Bord nehmen.  Da es kalt und regnerisch werden soll, suchen wir uns einen Campingplatz mit Hallenbad. Da gibt es keine große Auswahl. Auf zum 5***** Campingplatz Sunelia La Dragonniere. 

Wir kommen in der Dämmerung an. Ein scheinbar unfreundlicher Securityposten zeigt uns wo wir unser Gefährt hinstellen sollen. Ein paar grobe Fingerzeige und ernste Miene. Na toll, das ist ja ein freundlicher Geselle. 

Nachdem wir dem Lustfrosch mitteilen, dass wir telefonisch angekündigt sind, dürfen wir die Schranke zu Fuß passieren und uns anmelden. 

Die Dame an der Anmeldung erklärt uns mit voller Begeisterung von all den Attraktivitäten des Campingplatzes und ich frage mich, ob wir hier wirklich richtig sind. Es gibt Nichts, was es nicht gibt. Zumba, Aquafitness, Bauch-Beine-Po, Kinderdisco, Candyshop, Restaurants, Lagune, Wasserrutsche, eigenes Bad für jede Parzelle...

Mit wunderbarer Hilfe einer schweizer Familie schieben wir unseren Lengi in die von uns auserwählte Parzelle und stellen fest, dass die Deichsel in den Weg hineinragt. Also noch ein Meter ins Gebüsch. Und... passt. 

Fix alle Stützen ausgefahren - was wir Allesnoch per Handbetrieb machen - so wie ja auch das Schieben des Wohnwagens. So ein Moover hätte uns schon um einige Kontakte gebracht. 😂

Heute gibt es schnelle Nudeln. Die Jungs schwärmen mit dem Nachbarsjungen nochmal aus und fallen kurz drauf totmüde ins Bett. 

Ich liege im Bett und lausche dem Rauschen der Schnellstraße, den Flugzeugen, der Partymusik der Kinderdisko und dem Regen. 🙈



Ok, jetzt sind wir neunmal hier und ich betrachte mir mal die positive Seite des Ganzen....

Was für mich immer klarer wird, ist, dass wir in der Natur wesentlich mehr im inneren Kontakt miteinander und Jede(r) mit sich ist. Wenn all das, was ich hier erlebe nicht das ist, was ich will, .... was ist es dann? 

Es beschleicht mich nun schon zum zweiten Mal die Idee einen Naturcampingplatz zu kreieren. Ich male mir aus wie für uns jetzt gerade der optimale Campingplatz aussähe. 

Und da sprudelt es in mir. Ein Ort in der Natur mit möglichst wenigen Aussengeräuschen, ein Ort, an dem das Herz aufgeht, an dem es individuelle Unterkünfte gibt wie Baumhäuser, Tiny Houses, Zeltlodges, Holzhütten. So individuell weit voneinander entfernt und ins Gelände eingepasst, dass man Luft holen kann und sich wohl fühlt. 

Angebote wie Yoga, Qi Gong, Klangschalenmeditation, Kunsttherapie bzw. Malmeditationen (Mein Steckenpferd), Malen, Morgenmovement, Feuer, Singen, u.u.u. Vielleicht auch Wochen(end)seminare. 

Kinder könnten im Indianercamp oder bei dem Scouts mitmachen und die Natur erforschen, während die Eltern  mal Zeit miteinander oder Jede(r) für sich hätte. 

Ein Restaurant, in dessen Küche gesundes Essen mit Liebe gekocht wird. Die Zutaten kommen aus dem Permaculturanbau, den man bei uns auch erlernen kann. 

Und so komme ich in Frieden mit diesem Ort, der mir so große Geschenke gebracht hat. Und wir fahren mal ans Meer... 

Freitags Skype ich immer mit Jule und Regula und wir teilen uns und spiegeln uns. Es ist jede Woche ein großes Fest. Diesen Freitag ist auch Katrin dabei. 
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Samstag, der 20.10.2018
Carcassonne 

Auf dem Weg in die Pyrenäen machen wir einen Zwischenstopp in Carcassonne. Dieser Ort trägt mit Würde den Titel „UNESCO Weltkulturerbe“. Die Jungs tauchen sofort in Welt der Ritter, Könige und Soldaten ein, während auch ich das Gefühl habe in der schönsten Theaterkulisse der Welt zu sein. Auch ich bin wie verzaubert. 👸



Auch passieren wir das Inquisitionsmuseum, was schon außen durch Folterinstrumente die Neugierde der Besucher weckt. Die Jungs möchten natürlich sofort hinein, aber Marcus und mir wird es einfach nur schlecht. Es ist als könnte man noch die Schreie,  Schmerzen und Todeskämpfe der vielen gefolterten Menschen riechen. Ein klares NEIN. 

So ziehen wir weiter und schauen uns noch die weiteren Sehenswürdigkeiten des Ortes an. 

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Sonntag, der 21.10.2018
Pyrenäen-Pedraforca