¡bienvenido a España 20.10. - 15.11.2018

Hier findest Du unsere Reise durch Spanien. Sie beginnt (oben) mit dem 20.10. und geht bis Mitte November (unten). Die aktuellsten Erlebnisse findest Du als hier am Ende. Gerade ab dem 02.11. wird‘s besonders schön 🙏🏻 

Samstag, der 20.10.2018

Von Carcassonne aus fahren wir weiter in die Pyrenäen und freuen uns schon auf die Berge und die Natur, die Stille. Unterwegs müssen wir tanken und wundern uns kurz über die günstigsten Spritpreise in den Bergen. 

Als Marcus zum Tanken aussteigt und dem netten Tankwart sagt, was er möchte und dieser ihn mit großem Unverständnis begegnet, wird uns Alles klar - wir haben nicht bemerkt, dass wir bereits in Spanien sind. 

Es kann nicht lange her sein, denn vor ein paar Minuten sah noch Alles sehr vertraut französisch aus. Als die Tankwärtin dann mit überaus freundlichem Strahlen in unser Auto hineinlugt, um die Anzahl unserer Kinder auszumachen, bestätigt sich Alles, was wir bereits über die kinderfreundliche spanische Mentalität gehört haben.... 

¡bienvenido a España

Sofort werden mit Begeisterung Lollies und Luftballons verteilt und alleine die Anwesenheit von Kindern erzeugt ein liebevolles Lächeln auf den Gesichtern der Menschen. Wie wundervoll. 

In der Abenddämmerung kommen wir auf dem Campingplatz in der Pedraforca an. Hier sind wir nun endlich mal unter Einheimischen. Kaum ein Tourist verirrt sich hierhin. Die meisten Gäste sind Langzeitcamper. 

Alle sind in warme Funktionskleidung gehüllt und es ist ein lautes Geschnatter aus allen Richtungen zu hören. Ich checke uns kurz ein und Marcus manövriert unseren Lengi rückwärts wieder zurück auf die Straße, da wir einen großen Stellplatz unterhalb der Straße für unser mobiles Nest bekommen. 

Der Campingplatz ist nicht der Schönste. Wir sind aber froh angekommen zu sein und genießen es von den Bergen umgeben zu sein. Der Campingplatzbesitzer parkt uns unseren Wohnwagen noch kurz ein. Er hat wohl große Lust mal so ein langes Geschoss zu bewegen und freut sich sehr als er ihn mit einem Satz direkt an Ort und Stelle hat. 

Das mit dem gerade scheint bei den Spaniern nicht so genau genommen zu werden. Da wir eh nur zwei Nächte bleiben, segnen wir die Position ab. Der gute Mann lässt mich noch wissen, dass Marcus ein sehr guter Fahrer sein muss, wenn er mit diesem 15-Meter-Gespann hier hoch gekommen ist. 

Gute Nacht! 
Bona nit!
Buenas noches!

🌙



Sonntag, der 21.10.2018

Heute geht es auf in die Berge. Wir freuen uns riesig. Es ist frisch und sonnig bei strahlend blauem Himmel. Ein Traum!

Bilder sagen an dieser Stelle mehr als tausend Worte 

😁


♥️

Montag, der 22.10.2018
Auf nach Barcelona!

Hier richten wir uns auf einem Campingplatz in der Nähe von Barcelona ein, um morgen Oma Gitte und Fredo in Empfang zu nehmen. 

Die Kinder sind total aufgeregt und fragen schon seit Wochen!!! wann wir Fredo endlich in Barcelona abholen...

Jetzt ist die Aufregung auf dem Höhepunkt! Wir fahren zum Flughafen ✈️

Marcus‘ Mutter (Oma Gitte) hatte die Idee, dass sie doch Fredo aus Berlin mitbringen könnte, nachdem alle Versuche ihn mit Flugbegleiter zu uns zu bringen, gescheitert waren. Bei dieser Gelegenheit kann sie dann auch noch eine Freundin in Barcelona besuchen. 

Dank Dir nochmal, dass Du den Jungs das ermöglichst! 

♥️

23.10. - 29.10.2018
Die Zeit mit Oma und Fredo genießen wir sehr. Wir unternehmen diese Woche Einiges und die Schule fällt aus. Ferien! 

Nach 4 wunderschön sonnigen Tagen sinken die Teperaturen plötzlich auf 10Grad und Regen. Wir spielen, trinken viel warmen Tee und erzählen.... 

♥️

29.10. - 02.11.2018

Wir verlängern jeden Tag um eine Nacht, weil es sich einfach noch nicht nach Aufbruch anfühlt. Eine Erkältung erreicht unsere Familie und Marcus fühlt sich nicht fit zum Fahren.  Am 1.11. haben wir noch zwei Zoom-Calls und deshalb bleiben wir einfach noch. Abgesehen davon ist es hier auf dem Campingplatz auch echt schön und sehr ruhig. Zumindest zur Zeit. Die Nebensaison lebe hoch 😊 

Die Leute sind sehr freundlich, Alles ist sehr sauber, der kleine Supermarkt hat Alles, was das Herz begehrt und die Sauna läd bei diesem Wetter sehr zum Aufwärmen ein 😁 Die Schwimmbäder sind ungeheizt und deshalb momentan nicht nutzbar. Biber Bibber...


Vo hier aus kann man unter der Woche auch mit dem Bus nach Barcelona fahren. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde. 


Es war eine soooo schöne Zeit mit Euch und das zugemietete Mobile Home fühlte sich an wie ein Palast 😆 Einfach aneinander vorbeigehen ohne Körperkontakt war auch mal schön 👏 Es ist das  erste Mal das ich das Gefühl habe, nicht in die Enge des Wohnwagens zurück zu wollen. Auch die jahreszeitliche Veränderung, die zur Zeit viel Kälte und Regen mitbringt und die früh einsetzende Dämmerung verlagern unseren Aufenthalt automatisch nach innen. Und 5 kleine und große Menschen auf 15 qm sind auf Dauer durchaus anspruchsvoll. 

Auch die erweiterte Wohnfläche durch das Vorzelt ist zur Zeit durch die Kälte und Feuchtigkeit nicht mehr wirklich nutzbar. Es war purer Luxus mit Euch das mobile Home als Erweiterung nutzen zu dürfen. Und es ist ein Geschenk erleben zu dürfen wie 20qm plötzlich zum Palast werden können. Neben uns wohnt unser lieb gewonnener britischer Nachbar Tony im Zelt... Seit vielen Monaten schläft er im Zelt. Auch er hat sein Haus in England verkauft und reist zu sich selbst...

Ihm tropft nachts das Wasser ins Gesicht, er trägt Alles was er hat nachts zum Schlafen, damit er nicht friert und pustet regelmäßig seine dünne Luftmatratze auf, damit er die kleinen Kieselsteine nicht so sehr spürt. Es ist also Alles eine Frage der Perspektive 😊

Wenn er unsere 5er-Runde zwischendurch mal zum Essen und Aufwärmen bereichert, strahlen seine Aucen und er sagt: „Wenn ich hier so sitze, auf dem Polster... die Wärme, das Licht... könnte ich schon ein bisschen neidisch werden. Aber er möchte das Leben im Moment total im Einklang mit der Natur und rudimentär erleben und wir bewundern ihn dafür. 😍

Sitges

Ein Tag in Sitges. Für Diejenigen, die noch nicht da waren... Sitges ist ein Vorort von Barcelona. Absolut einen Ausflug wert. Schön, interessant, tolle Altstadt, schöne Geschäftsstraße mit Fußgängerzone und tolle Cafés und Restaurants. Es gibt sogar einen Laden mit Buddhas, Räucherstäbchen, tibetische Flaggen u.v.m 



Eine Extra Erwähnung verdient der thailändische Imbiss in Sitges:


Nach drei Monaten ohne asiatische Kost genießen wir dieses Essen ohne Ende. Es ist Alles frisch, mit Liebe und Sorgfalt zubereitet.  

Er hat seit zwei Monaten geöffnet und der Laden brummt! 

Freitag, der 02.11.2018
Es geht weiter in Richtung Süden! Und wir vermissen Tony jetzt schon. Tony, it was such a nice sharing with You 🤗 Felt like friends and family ♥️ Take care ⛺️ We wish You a lot of sun, dry and warm nights and always nice neighbors 👍🏻

Nachdem wir uns heute morgen Allesamt nur angemault haben und uns beim Verstauen der Sachen Alles wieder entgegenkam, mussten wir plötzlich total lachen. Wir haben einen Wohnwagenkoller!!!! 😫 😂 

Nachdem wir nun eine ganze Woche so eng zusammengepfercht waren, wohl irgendwie auch kein Wunder. Vielleicht ist es eher ein Wunder, dass wir uns in den letzten drei Monaten noch nichts angetan haben 😊 und statt dessen viel Freude miteinander hatten. 

Was für uns jetzt schon deutlich wird, ist, dass für uns das tägliche Reisen sehr anstrengend wäre. Alles verstauen, putzen, verschließen, sichern, ankoppeln/abkoppel, Wohnwagen ausrichten, Alles auffüllen, umstecken... u.V.a.m.

Wir sind unterwegs. Heute braucht Alles etwas länger... und wir fahren der Sonne ☀️ entgegen. Mein Gott - wir sind soooo dankbar 🙏🏻 

Ich höre mache gerade morgens die Meditationen von Depak Chopra. Er erinnert mich gerade in herausfordernden Momenten und auch sonst Dankbarkeit zu fühlen. 

Und ja, ich bin sehr dankbar. Ich sprudle über vor Dankbarkeit. Ich bin so dankbar für unsere aktuelle Zeit miteinander. Ich bemerke wie gut die Zeit uns als Familie tut. Natürlich gibt es auch immer wieder Herausforderungen, aber im Großen und Ganzen lernen wir uns immer besser kennen.

Der Spiegel, den die Kinder uns sind, wird immer klarer und wir dürfen uns sowohl unsere Schatten- als auch Sonnenseiten anschauen. Und dürfen beide nochmal sehr genau erkennen, dass die Kinder uns auch noch zusätzlich gegenseitig spiegeln - also sozusagen doppelt und dreifach. 🙈

Da müssen wir erst so geballt aufeinander sein, damit uns dieser Aspekt so deutlich bewusst wird.

02. - 05.11.2018
Wir fahren der Sonne entgegen. Erstmal Richtung Süden. Auf dem Weg stoße ich im Internet auf einen besonderen Ort (Finca Caravana), der sich sehr gut anfühlt. Wir wägen noch kurz ab, ob wir an der Küste bleiben oder zur Finca Caravana ins Landesinnere fahren.

Unser Herz sagt ja zu Finca Caravana und alle äußeren Fakten sprechen auch dafür, da wir uns gerade im langen Allerheiligen-Wochenende unterwegs sind und gefühlt Alle Spanier an die Küsten fahren. 

Der Wassertank ist voll, die Toilette leer und die Batterie durch die Fahrt aufgeladen, also auf ins Hinterland. Die Finca Caravana bietet große Stellplätze ohne Strom und Wasser. 

Wir fahren in den Abend hinein und kommen letztendlich um 21:00 abends im Dunkeln an. Eine sehr abenteuerliche Anreise in the Middle of Nowhere beginnt. Wir entfernen uns immer weiter von der Zivilisation und sehen plötzlich ein Schild am Straßenrand. 


Hier führt uns ein leicht holpriger Weg zum nächsten Schild...

Und dann sehen wir in der Ferne langsam ein paar Wohnmobile und kleine Lichter. Wir fahren weiter und da taucht Franze aus der Dunkelheit auf und leitet uns den Weg zu unserem Platz. Glücklicherweise stand im Internet, dass hier auch lange Wohnwagen-Gespanne willkommen sind. 

Wir stellen uns erstmal provisorisch ab und wie so oft soll das Provisorium die Dauerlösung bleiben. Die Wasserwaage erstrahlt in neuem Glanz. So grade haben wir bis jetzt auf keinem Platz ohne Hilfsmittel auf Anhieb gestanden. 

Kein Internet. Und ich merke, dass in mir Alles runterfährt. Ich schalte mein Handy aus und beschließe es für die Zeit hier ausgeschaltet zu lassen. Ankommen. Runterkommen. Stille. Nichts. 


Wir zünden Kerzen an und holen die Schlafsäcke für die Kinder raus, die wir für kalte Nächte mitgenommen haben. Es scheint kalt in der Nacht zu werden. Das deutet sich schon an. Die Kinder nuckeln sich in die Schlafsäcke ein. Die Augen strahlen. Es ist sooooo gemütlich. 

Am nächsten Morgen klopft es an der Wohnwagentür. Es ist Franze und er bringt uns einen Willkommensgruss. Eine große Schale mit 5! selbst geernteten Granatäpfeln und vielen Mandeln vom Mandelbaum. Was für ein liebevoller Willkommensgruss 😊 Er erreicht unsere Herzen ♥️ 

Im Laufe der nächsten Tage erforschen wir diesen wunderschönen kreativen Ort. Hier ein paar Eindrücke...
Der Zauber und die Stille dieses Ortes hat uns in den Bann gezogen und wir bleiben eine dritte Nacht. 
Und dann ist es so weit und wir verabschieden uns. Es zieht uns in die Wärme. Hier auf 700 Höhenmetern ist es -2 Grad in der Nacht. 
Wir sind überglücklich und dankbar für diese magische Zeit hier. Franze, Dir alles Glück der Welt. Möge das Leben Dich tragen und die Nächte Dich wärmen.

♥️


05.11.2018

Wohin nun? In die Wärme - das ist klar. Die grobe Richtung steht... Almeria...
Also fahren wir los. Interessant finden wir für die Jungs auch das klein Hollywood und die Wüste Nähe Almeria...

Wir kaufen noch kurz in Vera ein und entscheiden uns dann in Richtung Küste zu fahren. Schon in Vera fühlen wir uns nicht sonderlich wohl, als wir dann die Bettenburgen von Garrucha erblicken, sind wir entsetzt, was wir Menschen dieser wunderschönen Natur antun. 

Im Vertrauen auf unsere innere Stimme fahren wir weiter an der Küste entlang - in der Hoffnung, dass die Natur wieder die Oberhand gewinnt. Und wir werden mehr als belohnt...


Ein netter Herr bei der Paellabar am Strand gibt uns Frischwasser zum Befüllen unseres Wassertankes. So können wir wieder frei stehen. Das Meeresrauschen begleitet uns in den Schlaf... Am nächsten Morgen werden wir von der Morgenröte geweckt und frühstücken mit offenem Fenster und Blick auf‘s Meer.
Dankbarkeit erfüllt unsere Herzen.

♥️

An diesem wunderschönen Ort erfahren wir, das Marcus‘ Vater einen schweren Schlaganfall hatte und im Krankenhaus liegt. Hier an diesem Ort nehmen wir ihn in unsere Gebete und fahren in Richtung Málaga, wo wir unseren Wohnwagen und unser Auto bei einem sehr netten Spanier unterstellen und nach Hamburg fliegen.  

 In der Zwischenzeit erreicht uns die Nachricht, dass Marcus Vater verstorben ist. Wir rücken Alle dicht zusammen und halten Marcus in unserer Mitte und lassen die Tränen mit ihm laufen. Wir können es nicht fassen, war er doch vor zwei Tagen noch voller Lebensfreude und aktiv. 

Am Hamburger Flughafen holen uns Marcus‘ Schwester Sandra mit ihrem Mann Ivo und Tochter Mona ab. Die Freude uns wiederzusehen ist riesengroß/ trotz des weniger schönen Anlasses.